permanent bei 

Galerie Pigmento Luzern

vertreten

 

2. - 17. November

 

Ausstellung

Kunst Schwyz

Zürcherstr. 30A

8854 Siebnen

Schwyzer Kulturwochenende 2020

17. bis 19. April 2020

mein Atelier ist für Besucher offen

18. April  13.00 bis 18.00 Uhr

19. April  12.00 bis 17.00 Uhr

 

Wie aus Erde Kunst entsteht

Pigmente plus Bindemittel plus Lösemittel: Mit dieser einfachen Formel lassen sich Farben herstellen. So auch mit Erde: Fein zerrieben mischt sie Margrith Weber-Joho mit Wasser sowie einem Öl- oder Acrylbinder und erhält eine Paste, die dicker ist als handelsübliche Farben, was die Küssnachter Künstlerin besonders daran reizt. «Angefangen habe ich mit Pigmenten, die mir eine Freundin aus der Provence mitgebracht hatte», erinnert sich die 77-Jährige. «Danach begann ich selber damit, von überall her Erde, Sand oder andere Fundstücke mit nach Hause zu nehmen und in meinen Bildern zu verarbeiten.»

 

Die halbe Welt findet sich in Weber-Johos Atelier in der Ländlihöhe, verwandelt zu abstrakten Bildern, die vornehmlich in Erdtönen gehalten sind. Sei es in den Bergen oder am Meer, vor Eisbergen oder in der Wüste: Viel unterwegs ist die Künstlerin, die ihre Leidenschaft für das Reisen mit ihrem Mann Edi teilt. Ob zuhause oder im Ausland: Die sechsfache Grossmutter geht mit offenen Augen durch die Welt und erblickt laufend kleine Details, die sie faszinieren  und damit auch inspirieren.

 

Alles begann nach Afrika

Ihre künstlerische Ader entdeckte Margrith Weber-Joho bereits in der Schulzeit. Ihr Zeichnungslehrer Otto Kuhn, ein bekannter Künstler im Kanton Aargau, wo Weber-Joho aufwuchs, förderte seine begabte Schülerin im Rahmen seiner Möglichkeiten. Zuhause hingegen stiess ihr Wunsch, Künstlerin zu werden, auf wenig Gehör. «Obwohl meine Mutter selber an der Kunstgewerbeschule war, meinten meine Eltern, dass man davon nicht leben könne.»

 

Auf Eis legt sie den Wunsch, sich künstlerisch auszudrücken, auch aus einem weiteren Grund: Ende der 60er- Jahre zog die junge Familie mitsamt den zwei Kleinkindern nach Tansania, wo ihr Mann Edi als Elektroingenieur auf einer Sisalplantage arbeitete. Als sie nach dreieinhalb Jahren in Ostafrika in die Innerschweiz zurückkehrten, genauer: nach Küssnacht, gab es jedoch kein Halten mehr. Sie habe doch schon immer Kunst machen wollen, meinte die damals 30-Jährige zu ihrem Mann. «Na dann: fang an», bekräftigte er.

 

Kurz darauf meldete sich Weber-Joho an der Mal- und Zeichenschule in Luzern an. Während vier Jahren erwarb sie dort das technische Rüstzeug und lernte mehr über die verschiedenen Materialien und Techniken. Auch in den folgenden 20 Jahren bildete sie sich laufend weiter  «am liebsten bei anderen Künstlern, deren Werke mir besonders gefielen und bei denen ich etwas lernen konnte, was mein bisheriges Schaffen ergänzt».

Geschulter Blick fürs Wesentliche

 

Bei aller künstlerischer Entwicklung blieb eines stets gleich: Margrith Weber-Johos Faszination für Spuren, die Menschen oder die Zeit hinterlassen. «Sobald ich welche entdecke, muss ich nach Hause», erzählt die Künstlerin lachend. So stark sei dann ihr Drang, die Eindrücke zu verarbeiten. Es sei auch schon vorgekommen, dass sie nicht wie geplant mit ihrem Mann weiterreiste und statt­dessen die Heimreise antrat, um sich im Atelier zu verschanzen. «Ein Beduine», erinnert sich Margrith Weber-Joho an ihre bislang schönste Reise, «führte uns durch die libysche Wüste in Ägypten, wo wir unter freiem Himmel unter dem Sternenhimmel schliefen  ein unbeschreibliches Gefühl.»

 

Überhaupt gelte ihre Vorliebe den kargen Landschaften. «Dort gelingt es mir beim Durchwandern, Unwichtiges zu erkennen und links liegen zu lassen, mich zu spüren und zur Ruhe zu kommen.» Ihre Eindrücke brachte sie mit Spachtel und Pinsel auf die Leinwand mithilfe des Sandes, auf dem sie die märchenhaft-schönen Nächte verbracht hatte.

Artikel von Simone Ulrich, erschienen im Freier Schweizer